#tesla, #marketing und #volksmusik

Im Herbst 2016 war ich auf dem Barcamp Regensburg. Zur Begrüßung sollte man sich mit drei Hashtags vorstellen. „#tesla, #marketing, #volksmusik“ bekamen die rund 100 Teilnehmer von mir zu hören. Ich konnte es in ihren Gesichtern lesen: „Volksmusik? Meint der das ernst?“. Das Raunen bestätigte mein Gefühl. Ja, ich mag die handgemachte und unverstärkte Volksmusik.

Markus mit einer Steirischen Harmonika im Arm.Schon einmal ging es mir so wie beim Barcamp. Ich stellte mich in einer Musikerfamilie vor. Nach einiger Zeit ging es um Musik. Ich sagte, dass ich Volksmusik gut finde. Und zack, da war er wieder, dieser fragende Blick. Dabei ist es doch eigentlich nichts Ungewöhnliches. Nach einiger Zeit und einigen Fragen wusste ich, woher der Wind weht. Viele setzen Volksmusik dem volkstümlichen Schlager gleich. Und genau das ist weniger mein Fall (Ausnahme: Schlagerparty).

Ich mag den Klang von Tuba, Bassgeige, Zither, Hackbrett, Trompete, Gitarre, Baritonhorn und nicht zuletzt den der Steirischen Harmonika. Nicht zuletzt, weil ich diese seit etwa eineinhalb Jahren selbst spiele, beziehungsweise lerne. Aber das ist eine andere Geschichte. An der Volksmusik mag ich den Schmiss, also das Fetzige. Sie erinnert mich an Kindheitstage. Da leierten die Volksmusikkassetten in Papas Auto vor sich hin – übrigens im Wechsel mit den Schlagerkassetten – so dass mir viele Volksmusikstückerl bekannt sind.

Ich lebte einige Zeit im Chiemgau, also in Oberbayern. Auch hier war die Volksmusik überall anzutreffen. Morgens am Marktplatz, mittags an einer Touriattraktion, abends im Wirtshaus – die Volksmusik war allgegenwärtig. Der Umgang mit ihr und  ihren Freunden war übrigens im Chiemgau weitaus weniger anstrengend. Da war die Volksmusik die Volksmusik und kein Schlager. Und blöd angeschaut wurde man da auch nicht. Egal… Volksmusik ist für mich Heimat, Tradition und Lebensfreude. Es macht mir Spaß zu sehen wie die Menschen im Takt der Musik klatschen, mitgehen und tanzen.

Noch schöner als anderen zuzusehen, ist es selbst Musik zu machen. Bei mir ist das, wie schon erwähnt, auf der Steirische Harmonika. Nach eineinhalb Jahren ist man alles andere als virtuos. Aber: Ich kann Leute mit meiner Musik bewegen. Auf einer Geburtstagsfeier bewegte sich zum Beispiel ein Gast im Takt eines romantischen Walzer. Oder an Weihnachten. Da bekam eine Zuhörerin Gänsehaut vom Klang der Ziach bei einem langsamen Stückerl. Und ich selbst finde die, mal romantischen, mal knackigen Töne aus meinem Instrument selbst wunderschön. Meistens jedenfalls.

Musikantentreff im Internet

Ein Screenshot der Webseite www.musikantenstammtisch.com
www.musikantenstammtisch.com

Meine Begeisterung für die Volksmusik lebe ich auch mit einem Webprojekt aus. Mit der Webseite www.musikantenstammtisch.com habe ich einen Kalender für handgemachte Musik im Wirtshaus samt Magazin für Volksmusik geschaffen. Dass ich nicht alleine mit meiner Begeisterung dastehe, zeigt mir das Feedback auf die Seite und das verknüpfte Facebookprofil.

Durch dieses Projekt habe ich auch feststellen dürfen, dass die Musikanten alles andere als stehen geblieben sind. Die Volksmusik lebt und entwickelt sich. Junge Musikanten aus Bayern und Österreich kreieren ihren ganz eigenen Sound of Heimat. Mal klingt es typisch bayrisch, mal jazzig, mal fast schon klassisch – aber irgendwie immer musikantisch und handgemacht.

Wer neugierig geworden ist, der kann mich gerne mal anschreiben. Gerne gebe ich euch Tipps für alte und aktuelle volksmusikantische Stückerl. Oder ihr horcht samstags in der Früh am Regensburger Bauernmarkt ganz genau hin. Der Typ in dem Auto aus dem der „Kathrin Boarische“ oder der „Gamsjagamarsch“ tönt, bin nämlich ich.

1 Kommentar


  1. Volksmusik wird immer beliebter. Ich finds auch guat, dass du Steirische Harmonika spielst. Daumen hoch!

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