Smart Home – kluge Helfer, keine Regeln

Ja, ich bin ein Smart Home Fan. An nichts mehr im Haushalt denken und alles die Maschinen erledigen lassen. Das klingt verführerisch. Aber was ist, wenn einem die Intelligenz bzw. die Zusammenarbeit der Systeme über den Kopf hinaus wächst? Ebenso gibt es aktuell viele verschiedene Smart Home Systeme auf dem Markt. Wie sieht es hier mit der Kompatibilität aus. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat sich mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt und ein Hintergrundpapier zum Thema veröffentlicht.

Eine Zeichnung einer Smart Home Installation
Pixaline / pixabay.com

Bis zu 50 Prozent der Verbraucher können mit dem Begriff „Smart Home“ nichts anfangen, aber: nach einer Erklärung des Begriffs sind 98 Prozent interessiert an dem Thema. Das fand jetzt der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) heraus. Als Gründe für das Interesse geben die Befragten Sicherheit, Komfort und Lebensqualität an, während die Unwissenheit und die Frage nach der Notwendigkeit gegen Smarte Helfer im Haus sprechen.

Smart Home – das Problem der Eigenständigkeit

In dem Hintergrundpapier des vzbv werden aber Themen wir Datenschutz, Vertragsrecht und Langlebigkeit behandelt. So weißt das Dokument auch darauf hin, dass intelligente Geräte Daten nicht nur vom Eigentümer empfangen könnten, sondern eben auch von Dritten.

Des Weiteren sei es eher problematisch, dass die vielen Geräte auch noch miteinander kommunizieren und sich so eigenständig weiterentwickeln und mit anderen Produkten interagieren können. Ab einem bestimmten Grad der Automatisierung kann so nicht mehr gesagt werden, ob die „Befehle“ vom eigentlichen User, von Dritten oder  von anderen Geräten stammen. Ob dann bei einem Schaden der Hersteller haftbar gemacht werden kann sein derzeit fraglich, da „weitgehend ungeklärt ist, inwieweit autonomes Handeln von intelligenten Systemen einem Hersteller als Produktfehler zugerechnet werden kann“.

Die Lebensdauer darf durch die Vernetzung nicht begrenzt werden

Ein Rasenmäherroboter dreht seine KReise auf eineer Wiese
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Smart Home-Geräte und Anwendungen benötigen Updates. Egal ob zur Fehlerbeseitigung, zur Verbesserung der Sicherheit oder um die Funktion erweitern zu können. Aktuell hängt die Verpflichtung zu Updates davon ab, ob das Produkt „im Wege eines Kaufvertrags“ erworben wurde oder ob es sich um ein Dauerschuldverhältnis handelt. Letzteres bezieht sich vor allem auf Mieten oder ähnliches.

Vergleicht man elektronische Haushaltsgeräte mit Computern, wird schnell klar, dass Waschmaschine und Co. auf eine längere Lebensdauer ausgelegt sind. Ob der Hersteller nun zu einer garantierten Updatepflicht bewegt werden muss, sei demnach derzeit noch fraglich – vor allem wie lange diese Garantie gelten soll, oder besser, gelten muss. Die entsprechende Rechtspflicht muss demnach in der Richtlinie über digitale Inhalte verankert werden. Wäre dies nicht so könnte ein Haushaltsgerät über eine intakte Hardware verfügen aber gleichzeitig softwaretechnisch veraltet sein.

Datensicherheit bei Smart Home Geräten

biljaST / pixabay.com
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Als elementar sieht der vzbv die geregelte Datensicherheit von Smart Home Geräten. Bislang sei diese bei vielen Geräten nicht gewährleistet. Ein Bericht der EU-Kommission zeige, dass in der Forschung zu Smart Home Anwendungen die IT-Sicherheit und der Datenschutz stark vernachlässigt werden. Es muss daher gesichert sein, dass die Daten nicht an Dritte weitergegeben oder die Sicherheit, zum Beispiel durch Manipulation, der Geräte und Anwendungen anfällig sei. Geht es nach der vzbv sei die Sicherung von Standards nur durch Zertifikate möglich.

Ein weiteres Problem sei die Vielfältigkeit und Schnelllebigkeit der Geschäftswelt. Was passiert, wenn ein Unternehmen schließt? Wer sorgt dann für sicherheitsrelevante Updates? Hier sollen nach dem Hintergrundpapier einheitliche Standards die Weiternutzung garantieren. Wichtig sei zudem, dass der Verbraucher schon beim Kauf weiß, wo seine Daten liegen, wie diese verarbeitet werden und an wen diese weitergegeben werden. Ist der Verbraucher damit nicht einverstanden soll dieser optional diesen Bedingungen widersprechen können ohne dadurch einen Nachteil zu erleiden.

Kommentar von Markus Fryzel / thewirednews.de

Der Einsatz von smarten Helfern im Haushalt erfordert viel Vertrauen in die Hersteller. Dieses Vertrauen muss in den nächsten Monaten und Jahren verstärkt werden. Die Hersteller müssen sich zusammensetzen und einheitliche Standards festlegen. Die große Vielfalt am Markt ist belebend und bringt ständig neue Innovationen hervor. Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Smart Home Gadgets nachhaltig produziert werden und eine anständige Updatepolitik gewährleistet wird.

 

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