Schwarz, sexy, schnell – das Samsung S8

Schwarz, sexy, schnell – das Samsung S8

Mal ehrlich: Wie sexy kann Hardware eigentlich sein? Antwort: Verdammt sexy! Seit letzter Woche besitze ich das Samsung S8 und nutze das Flaggschiff aus Südkorea täglich. Ich habe mich tatsächlich in kurzer Zeit in das S8 verliebt. Es liegt unglaublich gut in der Hand, sieht verdammt gut aus, die Leistung überzeugt, die Software ist endlich aus dem gefühlten Beta-Stadium herausgewachsen und die Kamera macht irre Spaß.

Bisher war übrigens das OnePlus 3 mein alltäglicher Begleiter –  ebenfalls ein Top10-Smartphone, wenn man den gängigen Rankings glauben will. Da mein Vertrag eh verlängert wurde und ich ein Phone dazu nehmen konnte, hab ich mich also schon vor Verkaufsstart für das Samsung S8 entschieden. Zwei Tage nach dem offiziellen Verkaufsstart lag dann das Paket von O2 beim Nachbarn. Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr die Nachricht bekommt, dass das Paket beim Nachbarn liegt, ihr schnell heimfahrt und beim Klingeln horcht ob sich bei Hubers von nebenan was tut? Herrlich…

Mit einem Messer machte ich mich über das Päckchen her und zelebrierte das Auspacken wie schon lange nicht mehr. Mit zittrigen Händen zog ich die Schutzfolie von Vorder- und Rückseite und konnte so einen ersten Blick auf das wunderschöne schwarze Glasgehäuse werfen. Ebenso schnell waren leider auch die ersten Fingerabdrücke auf dem ziemlich sensiblen Oberflächen zu sehen. Das Samsung S8 gibt es übrigens in den Farben Orchid Grey, Arctiv Silver und eben in Midnight Black.

Samsung S8 – technische Daten:

Abmessungen: 148,9 x 68,1 x 8mm
Gewicht: 152 Gramm
Arbeitsspeicher: 4 GB
Speicher (intern): 64 GB
max. Speichererweiterung (SD): 256 GB
Chipsatz: Samsung Exynos 8895
Anzahl Kerne: 4 x 2,3 GHz
Anzahl weitere Kerne: 4 x 1,7 GHz
Grafik-Chip: Mali-G71
Kartentyp: Nano-SIM
IP-Zertifizierung: IP68
Marktstart: April 2017
Einführungspreis: 799 Euro
Betriebssystem: Android 7.0 Nougat
Benutzeroberfläche: Samsung GraceUX
Display: Super-AMOLED
Displaydiagonale: 5,8 Zoll (14,73 cm)
Auflösung: 2.960 x 1.440 Pixel
Pixeldichte: 568 PPI
Hauptkamera: 12 Megapixel
Blende Hauptkamera: 1,7
Maximale Auflösung von Videos: 3.840 x 2.160 Pixel mit 30 Fps
Maximale Framerate: 120 Bilder pro Sekunde
MP Frontkamera: 8 Megapixel
Blende Frontkamera: 1,7
Optischer Bildstabilisator: ja
Akku-Typ: Li-Ionen
Akkuleistung: 3.000 mAh

Das Einrichten des S8 lief wie am Schnürchen. Da ich schon mal das S7 Edge hatte, konnte ich noch auf mein Samsungkonto zugreifen und da Google auch noch ein paar Daten von mir gespeichert hat, war das Smartphone schneller eingerichtet als dass ich N E U S T A R T buchstabieren konnte. Ok, das war übertrieben… Aber es ging wirklich flott.

Glas und sonst nix – Samsung S8

Schaut man sich das Samsung S8 mal genauer an, fallen einem rein äußerlich gleich ein paar Dinge im Vergleich zum S7 edge auf. Da wäre der fehlende Homebutton – die Vorderseite besteht somit nur aus einer durchgehenden Glasscheibe mit den abfallenden Edge-Rändern. Apropos Edge. Den Namen hat Samsung gleich mal aus dem S8-Wortschatz gestrichen und durch „Infinity Display“ ersetzt. Klingt irgendwie auch schöner… Vorne sehen wir ansonsten nur noch die Selfiekamera, Sensoren, die Benachtichtigung-LED und den Lautsprecher des Telefons. Drehen wir das S8 mal um und schauen uns die Rückseite an. Was sehen wir da? Das Samsung Logo, die Kamera, Blitz und Sensoren. Am rechten seitlichen Rand gibt es einen Powerbutton, der sich bei Doppelklick auch zum Start der Kamera nutzen lässt. Am oberen Rand findet sich der Slot für die Nano-Sim und die Micro-SD-Karte und auf der linken Seite gibt es eine Lautstärkewippe sowie den BIXBY-Button. Last but not least sind unten noch die USB-C-Buchse sowie ein Audiolautsprecher und ein 3,5-Klinke-Stecker platziert.

Bei der Smartphone-Sicherheit hat man beim Samsung S8 die freie Auswahl. Gesichtserkennung, Irisscanner, Fingerabdrucksensor und verschiedene Möglichkeiten über das Display – hier ist für jeden was dabei. Anfangs habe ich übrigens noch ziemlich über die Position des Fingerabrucksensors links neben der Kamera geschimpft. Ich meinte, dass diese schlecht zu erreichen sein. Stimmt anfangs auch. Hat man sich aber mal an die Stelle gewöhnt, ist das Entsperren via Fingerabdruck kein Problem mehr. Standardmäßig wäre bei der Installation übrigens Gesichtserkennung ausgewählt, was bei mir nicht wirklich zuverlässig funktioniert. Meine Brille macht der Gesichtserkennung regelmäßig zu schaffen, so dass ich via Muster oder Fingerabdruck entsperren muss. Überrascht hat mich der Iris-Scanner, welcher mit und ohne Brille das beste Ergebnis erreichte und zuverlässig den Zugriff aufs Samsung S8 freigibt.

Hab ich euch eigentlich schon vom nicht vorhandenen Homebutton erzählt. Eigentlich müsste ich sagen „nicht sichtbaren“ –  der Button ist nämlich da, aber eben nicht sichtbar. Mit einem leichten Druck auf das beleuchtete Quadrat, aktiviert man das Smartphone wie gewohnt. Das S8 quittiert einen solchen „Klick“ übrigens mit einem souveränen leichten Vibrieren. Ist das Display aktiviert und freigeschalten werden am Homescreen auch die „Zurück“- und die „Übersicht“-Tasten dargestellt.

In Zukunft spannend: Samsungs Bixby

Jetzt kommt auch endlich das wunderschöne Infinity-Display zur Geltung. Man hat das Gefühl, man hält eigentlich nur noch ein Display in der Hand und bekommt auf Bedarf die nötigen Tasten dazu eingeblendet. Apropos nötig: Dank Android Nougat und Samsungs GraceUX ist mein S8 so ordentlich aufgeräumt wie noch nie. Was habe ich immer Gedanken gemacht, wie eine sauber Ordnerstrucktur aussehen muss und welche Apps auf welchen Screen müssen. Ich nutze mittlerweile, abgesehen vom Bixby-Screen, lediglich den Homescreen für meine Favoriten. Alle anderen Apps erreiche ich mit einer smarten Fingergeste. Wischt man mit einem Finger auf dem Homebildschirm von oben nach unten (oder andersrum) gelang man in die App-Übersicht. Alphabetisch sortiert kann man nun durch die Apps blättern. Ebenso lassen sich Apps über das oben eingeblendete Suchfeld finden und starten.

Ach ja, der Bixby-Button. Der ist für viele noch recht unattraktiv. Samsung hat diesen zwar schon verbaut, aber auf die wesentlich Features muss man noch verzichten. So ist der digitale Assistent noch stumm und taub. Die Sprachsteuerung bzw. -suche soll im Laufe des Jahres implementiert werden. Kurzum: Derzeit ist Bixby eine aufgemotzte Termin-, Nachrichten- und Fitnesstrackerübersicht. Ein kleines Zuckerl gibt es noch. Über Bixby können Bilder gemacht werden und im Web danach gesucht werden. So kann man zum Beispiel den besten Preis für das Lieblingsshampoo zukünftig über ein Foto suchen.

Ein Fest für die Augen: die Kamera des Samsung S8

Kamera S8Das absolute Highlight im Samsung S8 ist für mich die Kamera. War die des S7 edge schon ein Knaller, kann man von der Kamera im S8 getrost von der bisher besten Smartphone-Kamera sprechen. Egal ob ungewohntes 18,5:9-Format oder bewährtes 4:3-Format – die Kamera macht einen grandiosen Job. Knackscharf und brilliant zeichnet das S8 die Bilder auf. Aber Achtung: Wer das wirklich schöne 18,5:9-Format nutzen will muss Einbußen bei der Auflösung in Kauf nehmen.

Hier eine kleine Übersicht wie das Samsung S8 in welchem Format auflöst:

  • 4:3 (12M)
  • 4:3 (6,2M)
  • 16:9 (9,1M)
  • 16:9 (3,7M)
  • 18,5(7,9M)
  • 1:1 (9,1M)
  • 1:1 (4,7M)

Auch schön: Im Pro-Modus, in dem sich so ziemlich alles von Belichtung bis Weißabgleich einstellen lässt, speichert das Samsung S8 zusätzlich (optional) die Bilder im bearbeitungsfreundlichen RAW-Format. Für mich ist übrigens auch die Kamera-App eine sehr gelungene. Sämtliche Modi, Filter und Einstellungen sind via Swipe’n’Click erreichbar.

Ich lege – nach dem Motto „Die beste Kamera ist die, die man dabei hat“ – einen sehr großen Wert auf eine gute Kamera im Smartphone. Die Kamera im S8 liefert in so ziemlich jeder Situation sehr gute Ergebnisse. Egal ob Nachtaufnahme, Sportmodus oder eine Langzeitbelichtung über den Pro-Modus – es ist wirklich erstaunlich was diese Kamera leistet.

Das Samsung S8 lässt sich über das mitgelieferte USB-C-Kabel  „schnellladen“. Ok, das kenne ich vom OnePlus 3 mit seinem Dash Charge System anders. Während das OnePlus innerhalb von 45 Minuten voll geladen ist, braucht das Samsung S8 schon gut das doppelte an Zeit bis zu einer Vollladung. Dafür beherrscht das Samsung S8 das kontaktlose Lade via Qi-kompatiblem Dock laden. Hier haben allerdings einige Plattformen schon von Problemen berichtet.

Samsung S8 – mein Fazit:

Ich kann beim besten Willen nichts wirklich negatives am Samsung S8 finden… Die fehlende Funktionen beim Bixby-Button könnte ich da wohl noch am ehesten bemängeln. Aber diese werden im Laufe des Jahres via Update nachgeliefert. Das kennt man übrigens auch von Teslas Autopiloten und deren Update-Politik. Auch hier ist derzeit eine Hardware verbaute welcher erst später via Software-Update Leben eingehaucht wird. Die Kamera beim Samsung S8 ist ein Traum in jeder Situation und liefert die bisher besten Ergebnisse einer Smartphone-Kamera. Der Preis stellt wohl für die meisten Smartphone-User die größte Hürde dar. Dafür bekommt man ein sehr schickes und starkes Gerät mit genug Power für die aktuellen Anwendungen.

UPDATE (19.06.2017)

Ich hab doch was zu meckern gefunden und das Samsung S8 ausgetauscht. Mittlerweile ist ein Google Pixel XL mein Favorit und täglicher Begleiter. Warum? Das könnt ihr hier nachlesen: Warum ich mein S8 nicht mehr nutze…

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