Review: Acer Switch Alpha 12″ Convertible

Acer Switch Alpha 12"1 TB HDD, 512 GB SSD, 32 GB RAM… Nein, von Superlativen handelt der Artikel über das Acer Switch Alpha 12 nicht. Muss er auch nicht. Das Schweizer Taschenmesser und den Laptops tut genau das was es soll. Und zwar ziemlich gut. Die Ähnlichkeit zum Surface 4 ist unverkennbar – und trotzdem schafft es Acer ein wesentlich günstigeres Gerät mit einem entscheidenden Vorteil auf dem Markt zu schmeissen.

Ich habe mir das Gerät in folgender Ausstattung zugelegt und werde es euch hier vorstellen. Kleiner Hinweis: Ich lege keinen Wert auf Tests unter Laborbedingungen sondern gebe hier meine Meinung und meine Eindrücke aus dem täglichen Umgang mit dem Notebook wieder.

  • Intel® Core™ i5-6200U Prozessor (bis zu 2,8 GHz), Dual-Core
  • 30,5 cm (12″) 3:2 Touch LED Display (glänzend)
  • Webcam
  • 8 GB RAM
  • 256 GB SSD
  • lüfterlos
  • Intel HD 520 Grafik
  • 1 x USB 3.0
  • 1 x USB C
  • WLAN-ac
  • BlueTooth
  • Windows 10 Home 64 Bit
  • Akkulaufzeit bis 8 h
  • 1,2 kg

WARUM ÜBERHAUPT EIN 12″-CONVERTIBLE?

Für mich ist die Größe ideal für den alltäglichen Einsatz und genau für meine Einsatzzwecke recht gut geeignet. Morgens nehme ich die Tastatur ab und stöbere zum Morgenkaffee in den News, checke meine Mails und schau was dir Freunde so auf Facebook treiben. Die Bedienung über den Touchbildschirm war anfangs tatsächlich ungewohnt, obwohl ich eigentlich schon lange Smartphones nutze. Vielleicht liegt das daran, dass es ungewohnt ist Windows direkt über den Bildschirm via Touch zu steuern. Mittlerweile habe ich mich aber an die Bedienung gut gewöhnt und möchte sie nicht mehr verzichten.

Für die Arbeit wird das Switch Alpha mit Tastatur eingepackt – längere Mails und Word-Dokumente schreibe ich dann doch lieber mit einer „echten“ Tastatur, die mir ein ansprechendes Feedback gibt. Jedes mal wenn ich am Rechner etwas nachsehen will bin ich beeindruckt. Das Switch ist innerhalb weniger Augenblicke aktiviert und schon kann es losgehen. Mit 1,2 Kilo fällt es im Rucksack auch nicht sonderlich auf, was es für mich zum idealen Mitnehmgerät macht.

Acer Switch Alpha 12"Abends stecke ich das Switch an meinen Monitor, nehme die magnetisch verbundene Tastatur ab und verbinde es via USB bzw. Bluetooth mit einer große Tastatur und meiner Maus. So lassen sich gut auch mal ein paar Spielchen zocken. Zu guter Letzt kuschle ich dann mit dem Switch (wieder ohne Tastatur) noch eine Runde auf der Couch, lese in Pocket gespeicherte Artikel oder leere meinen Feedly-Stream. Genau dieses variable Verwenden des Acer Switch Alpha ist für mich der herausragende Pluspunkt.

WIE SCHAUT ES MIT DER LEISTUNG AUS?

Dazu sollte man erstmal schauen wofür man das Switch braucht. Ich nutze es mit den üblichen Programmen wie Mail, Chrome, Todoist, Twitter usw., aber auch mit speicherhungrigeren Programmen wie Adobes CC (Photoshop, InDesign, Illustrator) und Spielen wie World of Warcraft oder League of Legends. Im alltäglichen Einsatz mit den Standardprogrammen zwingt man das Switch nicht in die Knie. Auch die normale Bildbearbeitung mit Photoshop macht kein Problem. Bei rechenintensiven 3D-Umwandlungen kommt das Switch dann allerdings doch an seine Grenzen und schuftet spürbar am Limit. Eigentlich auch logisch, dafür ist das 12″-Teilchen mit 8GB Ram und Standard-Grafik eigentlich auch nicht gemacht. InDesign und Illustrator laufen dagegen wieder flüssig und problemlos.

Ich bin kein Highend-Hardcore-Gamer, deswegen laufen auch nicht die aktuellsten Spiele auf meinem Rechner. World of Warcraft lässt sich ohne Ruckeln in den meisten Grafikeinstellungen spielen, auch League of Legends stellt kein Problem dar. Vor Kurzem habe ich mal Heroes of the Storm angespielt. Da wurde das Switch doch relativ heiß. Einbußen bei der Leistung waren aber nicht zu spüren. Apropos heiß: Das Switch hat, anders als das doch recht ähnlichen Surface 4 von Microsoft keinen Lüfter. Die Stille ist recht angenehm, vor allem, wenn man abends das Switch als Second Screen zum Fernsehprogramm nutzt. Gekühlt wird mittels Flüssigkeitskühlsystem, das von Acer auf „LiquidLoop-Cooling-System“ getauft wurde.

Die 256 GB große SSD verrichtet schnell seinen Dienst. Programme öffnen sehr schnell und der Datentransfer artet nicht mehr zum Geduldsspiel aus. Wem der interne Speicher nicht reicht, kann via Micro-SD-Karte erweitert werden.

DER TABLETMODUS IM ALLTAG

Ich bin ja bekennender Notizbuchfan, auch wenn ich die oft gar nicht nutze… Aber das ist eine andere Geschichte. Notizen mache ich mir auch mit dem Switch Alpha. Im rechten unteren Bereich gibt es einen Schnellstartbereich für Notizen, Skizzen usw. So kommt man recht flott zur schnellen Notiz. Ein Klick auf eine der Tasten des Acer Active Pen macht den Stift einsatzfähig. Dieser verfügt über 256 Druckstufen und sorgt so für ein „realisitsches“ Zeichnen und schreiben. „Realistisch“ deshalb, weil es doch noch ein großer Unterschied zum Schreiben mit einem Kugelschreiber auf Papier ist. Ich schreibe auf Glas einfach langsamer und teilweise auch undeutlicher als auf Papier. Trotzdem gelingt es mit einiger Übung immer besser und für kurze Notizen und Skizzen ist das Tablet schon brauchbar. Jetzt mag der eine oder andere sagen, dass gestandene Profis komplexe Kunstwerke auf solchen Tablets erschaffen. Ja, stimmt. Auch ich versuche mich öfters am Zeichnen im Tabletmodus und das gelingt auch ganz gut. Trotzdem: NOCH ist für mich Papier und Stift die Nummer eins.

Zum Ordnen und Sortieren von Dateien, also für grundlegende PC-Funktionen nutze ich den Active Pen im Tabletmodus. Mit dem Finger ist mit das einfach zu ungenau und artet zu oft in ein Geduldsspiel aus. Der Stift hat zwei Tasten welche, je nach Anwendung, verschieden belegt sind. Damit lässt sich eigentlich ganz gut arbeiten. Ein langer Klick auf eine Datei im Explorer öffnet zum Beispiel das Kontextmenü und ein Klick auf eine der beiden Tasten im Zeichenprogramm aktiviert den „Radiergummi“.

Acer Switch Alpha 12″ – wertig, aber nicht fehlerfrei

DIE GEFÜHLTE WAHRHEIT

Das Acer Switch kommt wertig daher. Es fühlt sich an so gut wie keiner Stelle billig oder minderwertig an. Die Rückseite ist aus Alu gefertigt, die Tastatur vermittelt einen gutes Feedback und der Rahmen des Keyboards schmeichelt den Fingern samtig. Auch das Touchpad hat einen ordentlichen Druchpunkt und arbeitet im alltäglichen Einsatz zuverlässig. Mit persönlich ist es zu klein, weshalb ich im „Laptop-Modus“ mit angedockter Tastatur lieber mit einer Maus arbeite und nur im Notfall auf das Touchpad ausweiche. Die Tastatur verfügt übrigens über eine Hintergrundbeleuchtung – schade nur, dass sich diese nicht dauerhaft aktivieren lässt. Nach einem Augenblick ohne Kontakt zur Tastatur, schaltet sich die Beleuchtung ab und aktiviert sich mit der nächsten Berührung wieder. Die seitlichen Hardware-Tasten für das Einschalten, die Lautstärkeregelung und die Windowstaste wackeln nicht und machen das was sie tun sollen. Das Display ist klar und scharf. Die Helligkeit lässt sich in 25-Prozent-Stufen oder stufenlos (FN + <- bzw ->) regeln. Der Blickwinkel ist gut und macht auch im Couchmodus (Tablet auf dem Schoß) noch Spaß.

Was mir nicht gefällt ist der Ministecker der Stromversorgung. Im Zusammenspiel mit der Buchse wackelt dieser doch ziemlich. Ach ja: Links an der Tastatur befindet sich eine kleine Schlaufe in der der Active Pen transportiert werden. Oder besser: Die Schlaufe befand sich dort. Diese ist nämlich nach zwei Wochen einfach abgerissen. Das Social Media Team bot mir einen Austausch an, worauf ich aber verzichtete. Im Web gibt es doch einige User die das selbe Problem haben und somit gehe ich davon aus, dass das Problem mit einer neuen Tastatur, auch mit mehr Achtsamkeit, nach vielleicht vier Wochen wieder auftaucht.

An der Rückseite des Switch befindet sich ein ausklappbarer Standfuß. Dieser verrichtet auf dem Schreibtisch mit angedocktem Keyboard seinen Dienst einwandfrei – so lässt sich der Blickwinkel auch individuell einstellen. Wer es gewohnt ist mit dem Laptop auf dem Schoß zu arbeiten wird enttäuscht. Das funktioniert bei mir nicht. Das flexible Gelenk des Keyboards und der Lehrraum bei den Auflagefläche von Tastatur, Tablet und Standfuß sorgen hier für eine Spaßbefreiung beim Arbeiten auf der Couch. Viel Spaß macht der Standfuß bei der Verwendung im Tabletmodus. So liegt der Bildschirm nicht flach auf dem Boden sondern etwas angewinkelt zum User. Der Blick aufs Display und die Bedienung wird so erheblich verbessert. Durch die stufenlose Verstellmöglichkeit ist das das Switch für alle Einsatzzwecke recht gut geeignet. Ich nutze es zum Beispiel auch hoch aufgestellt um Serien auf Netflix zu streamen oder Spiele mit dem X-Box one Bluetooth Controller zu zocken.

DIE PROS:

  • leicht (im Vergleich zu leistungsähnlichen Notebooks)
  • ideales Alltagsgerät für alle Situationen
  • lüfterlos und somit flüsterleise
  • leistungsstark im normalen bis anspruchsvolleren Einsatz
  • Tastatur im Lieferumfang enthalten
  • gute Verarbeitung bis auf sehr wenige Ausnahmen
  • Gutes Handling mit dem Active Pen
  • günstiger als vergleichbare Modelle anderer Hersteller
  • Speicher via SD-Erweiterbar.

DIE KONTRAS:

  • Schwachstellen: Ladebuchse und Active Pen Halterung
  • der ausklappbare Standfuß und das abknickende Keyboard machen wenig Spaß auf der Couch
  • nicht aufrüstbare Hardware (geschlossenes System)
  • wenig Anschlussmöglichkeiten am Rechner (mehrere USB, HDMI usw.)
  • arbeiten bei sehr hardwarehungrigen Anwendungen schwierig
  • Active Pen nicht im Lieferumfang enthalten
  • Tastaturbeleuchtung nicht dauerhaft aktivierbar

FAZIT:

Wer einen treuen Begleiter im Alltag sucht, sollte sich das Acer Switch Alpha 12″ mal ansehen. Für die üblichen Anwendungen ist die Leistung mehr als ausreichend. Auch Programme die mehr Speicher fressen, werden gut bedient und lassen sich flüssig bedienen. Lediglich bei Hardcore-Programmen muss man Abstriche machen. Das abnehmbare Keyboard und der ausklappbare Standfuß machen das Switch zur eierlegenden Wollmilchsau für nahezu alle Bereiche. Die Verarbeitung ist weitgehend hochwertig.

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