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Dosensuchen, Drinks und Donnerwetter – so war’s bei den Geogames in Leipzig

Das Leipziger Mega-Event der deutsch/europäischen Geocacherszene ist Geschichte – für mich eine, die ich immer wieder gerne lesen würde. „Spaß haben“ stand an den drei Tagen vom 29. Juni bis 01. Juli 2012 an vorderster Stelle der Chiemgauer-Cacher-Community-ToDo-Liste. Gefolgt von Stimmung aufsaugen, Cacherlatein austauschen, Shoppen, Dosen suchen und Eindrücke sammeln. Alle Punkte waren am Ende mit einem dicken Haken gekennzeichnet. Es war ein echtes Highlight.

Stahlnägel für mehr Standhaftigkeit

Nach der zähen Anreise mussten sich die netten Mädels an der Registrierung erst mal mit einem Buchungsfehler meinerseits rumärgern. Nachdem das Problemchen, mehr war es nicht, gelöst wurde, hieß es eigentlich einen möglichst guten Campingplatz zu ergattern. Gut, dass unsere Vorhut das schon erledigt hatte. Ok, der Boden am Campingplatz war jetzt nicht unbedingt zeltlagertauglich, aber für den stark komprimierten Kies fanden sich dann doch noch ein paar Stahlnägel, so dass dann auch das Zelt der Mitfahrerin relativ sicher stand.

Die Spannung war groß, als wir das erste Mal zum Eventgelände aufbrachen. Und wir staunten nicht schlecht. Leipziger Messegelände, 19.30 Uhr – die Erde bebt. Tausende Cacher gaben sich ein Stelldichein, eine musizierende, bunt gekleidete Musikergruppe gab Vollgas und es war zu erahnen, dass es ein heiterer Abend werden würde. Etwas getrübt wurde die Stimmung meines bayerischen Herzens durch den recht ungewohnten Geschmack des örtlichen Hopfenkaltgetränks, was sich aber im Laufe des Abends dann wieder legte. Geschmacksnerven sind ja so lernfähig…

Lightshow, Einmarsch und Jeremy

Zur Begrüßung füllte sich der Eventplatz dann nochmal kräftig. Jeder wollte sehen, was sich die Leipziger Cachergemeinde einfallen ließ. Nach der kurzweiligen Begrüßung und dem Einmarsch der Nationen, es waren ja schließlich die Geogames, folgte der olympische Eid. Ein kleines privates Highlight am Rande: Der Gründer und CEO von Groundspeak, Jeremy Irish, war nicht nur anwesend sondern stand auch geduldig für Fotos bereit. Klar, dass ich es mir nicht nehmen ließ jemanden meine Kamera in die Hand zu drücken und mich mit einem Schnappschuss mit Jeremy  zu verewigen. Er quittierte es locker mit einem: „I like your hat…“.

Für Massengänsehautstimmung waren dann die Fackelträger zuständig. Tausende Augenpaare richteten sich auf den Messeturm, als im Finsteren plötzlich eine rotleuchtende Taschenlampe (war ja klar), an dem gigantischen Bauwerk leuchtete. Per Abseiler ging es die 75 Höhenmeter nach unten. Von dort übernahmen dann Läufer, Radler und Schwimmer (ok, es war ein Wathosenträger) diese Aufgabe, ehe dann das olympische Feuer mehr (oder weniger) entzündet wurde. Gespannt warteten die Cacher noch auf die Auslosung der Leipziger. Jeder der Anwesenden wollte den Flug mit einer Art “Flying Fox” gewinnen und sich vom 75 Meter hohen Turm an einem Seil in Richtung Boden begeben. Wir gingen leider leer aus, dabei hätte es mich so interessiert, wie doof der Blick eines Gewinners gewesen wäre.

Wer jetzt dachte mit Highlights war es das jetzt, der hat sich ganz schön im Wald verrannt. Die Organisatoren haben es tatsächlich geschafft und ein Feuerwerk der Größenordnung „Lichtspiele“ gestartet. Anhand der Ahhhs und Ohhhs war auch recht gut auszumachen, wie sehr sich jeder das Spektakel in der lauen Sommernacht (25 Grad um 0 Uhr) gefallen ließ – und es waren viele Ahhhs und Ohhhs zu hören. Noch schnell eine Gesangseinlage und ein Feuershowakt und dann war der offizielle Teil des Abends beendet.

Schlummertrunk Gin Tonic

Von jetzt an standen die Spiele im Stern des „Kontakteknüpfens“, Coins und TBs discovern (Hinweis für Nichtcacher: was das ist erkläre ich mal in einem anderen Artikel) und der ein oder anderen Dose die sich am Messegelände und Drumherum versteckt hatte. Suchen musste man die allerdings nicht wirklich. Meist war von weitem der Lichtkegel einer Lampe zu sehen und der Cache wanderte von einer suchenden Hand zur nächsten. Wieder zurück am Messegelände merkten wir, bei einem grandiosen Absacker an der Cocktailbar, dass wir so ziemlich zu den letzten gehörten die hier noch rumsitzen. Zeit also ins Bett zu gehen. Unser Kombi war mit Luftmatratze und Schlafsäcken fast schon zur Luxussuite mutiert, so dass wir in einer kurzen aber erholsamen Nacht wieder genug Kräfte  für den nächsten Tag sammeln konnten.

Bed&Breakfast und ein Platzproblem

Der Wecker klingelte zwar nicht, wach war ich trotzdem schnell: Regen! Und das mitten in der Nacht. Zündschlüssel umdrehen, Fenster hoch, Kofferraum zu – und nochmal umdrehen. Wirklich an Schlaf war jetzt nicht mehr zu denken. Also auf und mal schauen was das Frühstück so hergibt. Es war ok… Während sich der eine Teil der Chiemgauer Cacher auf in einen nahen Wald machte (als ob wir in der Heimat nicht genug hätten) und sich ein weiterer Teil auf dem Campingplatz entspannte, machte ich mich auf die Ausstellermesse aufzusuchen. Wer hier nicht fündig wurde, war blind oder pleite. Es gab für so ziemlich jedes Cacherherz etwas. GPS-Geräte, Dosen in vielen Formen, Geocoins und Travelbucks, Outdoorausrüstung, Fachzeitschriften, Cacherdrinks und und und… Ich begnügte mich mit einem neuen Outdoorklappsessel, einem TB und einer Tasche (kann man ja immer brauchen) und machte mich auf zum nächsten Planpunkt.

Mit der Tram zog ich los um nahe des Leipziger Hauptbahnhofs ein paar Dosen zu suchen und mir mal die Stadt ein wenig anzusehen. Außerdem war ich bereits am Freitag so kräftig am Knipsen, dass meine SD-Karte am Ende voll war. Notiz an mich: Eine 1GB-Speicherkarte ist nicht mehr zeitgemäß. Der Weg dorthin war eher trist, aber als ich die alten Gebäude, die Gassen und die vielen Cafés sah, erinnerte mich das ganze doch ziemlich an meine alte Heimat Regensburg. Mit neuem Elan ging es an die Suche. Besonders angetan hat es mir ein verlassenen und in Schutt gelegter Stadtpavillon und der Earth Cache „Verkieselte Baumstuppen“ http://coord.info/GC20PFC Ich habe noch nie versteinerte Bäume gesehen und muss sagen, dass die ganz schön interessant aussehen. Irgendwann konnte ich mich aber tatsächlich wieder losreißen und machte mich auf den Rückweg.

PETling-Weitwerfer und Dosenfischer

Auch am zweiten Tag reisten noch kräftig Cacher, Camper und Neugierige an und machten die „Bude Messe“ nun endgültig voll. Der Messeplatz war jetzt richtig gut gefüllt – wir schätzten mal an die 3000 bis 4500 Menschen. Die Geogames waren im vollen Gange und die Cacheoniken maßen sich in ganz besonderen Sportarten. Wathosenwettlauf, PETling-Weitwurf, Dosenstapeln, PETling-Dart und noch einige „Sportarten“ sorgten für Kurzweil beim den GPS-Fans.

Nach einem gepflegten amerikanischen Burgeressen und einer kleinen Pause war wieder mal der Messesee der Treffpunkt. Es stand das Konzert der Dosenfischer als nächster Programmpunkt an. Versüßt wurde das

musikalisches Highlight des Abends durch ein Treffen mit noch mehr wohlbekannten Cachern. Langsam schien sich aber der Himmel zu verdunkeln. 30 Grad und Wolken, dass kann eigentlich nicht gut enden. Also schnell auf und die restlichen Dosen auf dem Gelände im Rudel, getreu dem Motto „Mehr Leute, mehr Spaß“ einsammeln.

Weltuntergangsstimmung

Der Spaß wurde aber recht schnell unterbrochen. Ein heller Blitz, ein dumpfer Schlag – und schon stand ein dickes Gewitter über dem Eventplatz. Im Eilschritt liefen nicht nur wir sondern auch jede Menge anderer Cachewütiger in Richtung Parkplatz. Dort tönte es dann aus den Lautsprechern, dass eine Unwetterwarnung angesagt sei und wir diese Nacht doch in den Messehallen schlafen sollten. Es war ein irres Spektakel was sich dann abspielte. Leute schleppten von Matratzen und Schlafsäcken über Kühlboxen und Körbe bis hin zu ganzen

Zelten in die Hallen und bauten dort Ihre Lager auf. Der Blick auf die Wetterradar-App zeigte, dass da ein ganz dickes Ding am Anrollen ist.

Es galt das Beste aus der Situation zu machen. Die einen spielten am anderen Ende der riesigen Halle Fußball, man unterhielt sich bei einem Bierchen oder drehte dem Wetter einfach den Rücken zu und schlief. Viele wagten es nach der ersten Gewitterwelle auch wieder, die Nacht im Freien zu verbringen. Wir zogen es vor hier zu bleiben und im sicheren zu schlafen. Im Großen und Ganzen verlief alles ruhig, sicher und am Morgen war es fast so als wäre nie etwas passiert.

Der Morgen danach

Aufwachen, dumm schauen, orientieren, aufstehen – schon war man wieder richtig drin im Mega-Event. Die Campingsachen waren schnell verstaut, das Auto abfahrbereit. Nach dem Frühstück in der großen Runde startete dann noch ein Aufräumevent. Ehrensache, dass man hier auch noch bleibt, sich ‚ne Tüte schnappt und ein wenig die Wege und Plätze mit aufräumt. Nachdem der Boden wieder „blitzblank“ war, startete die 6-stündige Heimfahrt mit dem guten Gefühl an diesem Wochenende „etwas ganz besonderes erlebt zu haben“.

 

 

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